Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Anforderungen an Bettungen

Bettung


Bettungsmörtel müssen entsprechend den Anforderungen der RStO 01, Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, FGSV, Köln, Ausgabe 2001, über den gesamten Nutzungszeitraum hinweg ausreichend standfest, tragfähig und frostsicher sein.

Die Sieblinie des Bettungsmörtels darf nicht größer sein als die maximal zulässige Fugenbreite des zu setzenden Pflasters. Dafür ist die maximal zulässige Überkorngröße des Zuschlags im Bettungsmörtel ausschlaggebend, nicht nur das nominelle Größtkorn.

Eine optimal ausgeführte Bettung besteht in der gebundenen Bauweise aus einer profilgerechten Basisschicht verdichteten Bettungsmörtels und einer darauf aufgebrachten zweiten Schicht aus unverdichtetem Bettungsmörtel unterschiedlicher Dicke je nach Art der Pflasterung (Setzschicht oder Ausgleichsschicht).

Die in Tafel 3 der RStO 01 für die Bettung vorgegebene Mindestschichtdicke von 30 mm ist unter jedem Stein und gegebenenfalls unter jeder Platte im Einbauzustand von Planung und Ausführung als Basisschicht einzuhalten.

Dabei ist die maximal zulässige Abmaßtoleranz des verwendeten Belagmaterials zu berücksichtigen. Die maximal zulässige Steinhöhe darf nicht durch die Basisschicht ausgeglichen werden. Ein Ausgleich der Mindeststeinhöhe findet durch entsprechendes Unterfüttern innerhalb der Setzschicht statt.

Begründung:

Tafel 3 der RStO 01 weist für Bettungsmaterial eine Mindestschichtdicke von 3 cm aus. Jahrzehntelang wurden Bettungsmörtel ausgebreitet und auf 3 cm Dicke ohne besondere Verdichtung lediglich abgezogen, um dort hinein das Pflaster zu setzen. Dass dadurch die von den RStO 01 ausdrücklich als Mindestschichtdicke ausgewiesene Höhe der Bettung beim Setzen von Steinen nicht eingehalten wurde und zwar unter dem Steinfuß, fiel Planungsingenieuren, Bauleitungen und selbst Gutachtern häufig nicht auf.

Beim Verlegen wurde die Mindestdicke ebenfalls nicht eingehalten, sofern die Belagfläche zum Schluss gerüttelt wurde und das Verdichtungsmaß für den Bettungsmörtel vorher nicht berücksichtigt wurde.

Unverdichteter Bettungsmörtel ist haufwerksporös und kann deshalb eindringendes Wasser aufnehmen. Danach drohen Frostschäden. Aus diesem Grund ist die Basisschicht stets zu verdichten (es wird dabei die Luft aus Hohlräumen verdrängt!), wie bei jedem Beton üblich.

In Abschnitt 1 Anwendungsbereich der DIN EN 206-1 Beton; Festlegung, Eigenschaften, Herstellung, Konformität (Ausgabe 2001-07) heißt es unter anderem:

"Diese Europäische Norm gilt für Beton, der so verdichtet wird, dass - abgesehen von künstlich eingeführten Luftporen - kein nennenswerter Anteil an eingeschlossener Luft verbleibt. ..."

Mit dem Rütteln der Basisschicht wird eine Grundvoraussetzung dieses Regelwerks und damit auch der RStO 01 erfüllt.

In die anschließend aufgebrachte unverdichtete Setzschicht werden die Steine gesetzt und dabei Höhendifferenzen der Steine mit dem Bettungsmörtel dieser Schicht ausgeglichen. Die Verdichtung der Setzschicht durch Hammerschläge nimmt mit der Entfernung zum Steinfuß gravierend ab. (Aus diesem Grund ist die Basisschicht vorab mit geeigneten Rüttlern zu verdichten!) Die Setzschicht ist deshalb auch in ihrer Dicke möglichst gering zu halten, um sie durch kräftige Hammerschläge beim Setzen optimal frostsicher verdichten zu können. (Hinweis für Planer: Je geringer die Höhendifferenzen der verarbeiteten Steine sind, um so dünner kann die Setzschicht gehalten werden und desto größer wird demnach die Frostsicherheit der Belagplatte!)

Beim Verlegen von Pflastersteinen oder Platten wird auf die Basisschicht ebenfalls eine möglichst dünne Schicht Bettungsmörtel aufgetragen. Damit werden beim Abziehen durch das Rütteln der Basisschicht entstandene Unebenheiten ausgeglichen. Auf diese Ausgleichschicht ist entsprechend dem Verlegefortschritt kleinflächig Haftschlämme für einen optimalen Verbund von Steinfuß und Bettung sowie zur Gewährleistung der erforderlichen Frostsicherheit auch dieser Zwischenschicht aufzutragen.

Ergänzende Begründungen werden im Zusammenhang mit der Ausführung der jeweiligen Schichten gegeben.



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