Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Anforderungen an Fugenmörtel

Verfugung


Pflasterfugenmörtel muss entsprechend den Anforderungen der RStO 01, Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, FGSV, Köln, Ausgabe 2001, über den gesamten Nutzungszeitraum hinweg zu einer ausreichend standfesten, tragfähigen und frostsicheren Belagplatte beitragen.

Die Druckfestigkeit des Fugenmörtels sollte die von Betonsteinen nicht übersteigen, aber dessen minimal zulässige auch nicht um mehr als 5 N/qmm unterschreiten. Er muss ausreichend fließfähig sein, um die Fugen mit kaum nennenswerten Lufteinschlüssen füllen zu können. Seine Sieblinie darf für eine enge Verfugung trotz Abmaßtoleranzen des Belages oder Abstandhalter nicht größer sein als der 2,5fache Teil des innerhalb jeder Fuge minimal einzuhaltenden Fugenspaltes. Eine Sieblinie unter 0/1 sollte als Zuschlag in Fugenmörtel nicht verwendet werden.

Begründung:

Im Falle einer Überlastung der Belagplatte soll der Fugenmörtel nachgeben, um eine einfache Reparatur der Schadstelle zu ermöglichen. Bei Natursteinen gibt es in dieser Hinsicht kaum Probleme, wohl aber an Betonsteinen, wenn diese weniger hart als die Fuge sein sollten. Ein zu hartes Fugenmaterial neigt wie nahezu alle harten Materialien bei sehr tiefen Temperaturen zu Sprödigkeit und damit zum Bruch bei Schwingungen, die in diesem Fall durch den Fahrverkehr verursacht werden. Es ist wissenschaftlich derzeit unerforscht, ab welcher Druckfestigkeit der kritische Punkt wahrscheinlicher Versprödung des Mörtels bei starkem Frost unter Verkehrsbelastung erreicht ist. Wir wissen aber, dass weniger feste Betonsteine derartigen Beschädigungen nicht unterliegen; denn in Deutschland liegen die jahrzehntelangen positiven Erfahrungen mit einer Mindestdruckfestigkeit von 60 N/qmm bei Betonsteinen vor. Liegt der Fugenmörtel in seinen Werten nur knapp darunter, wird damit unter anderem eine Verkehrsfreigabe ( siehe diese unter Freigabe > Zeitpunkt der Verkehrsfreigabe) nach nur kurzer Ruhezeit ermöglicht, nämlich noch vor dem zeitaufwendigen Erreichen einer eventuell niedriger festgelegten Nenndruckfestigkeit.

In diesem Zusammenhang ist besonders zu bedenken, dass sich alle Festigkeitswerte auf eine Lagerung eines zu prüfenden Betons oder Mörtels unter Laberklima von 65 % relativer Luftfeuchte und - hier besonders zu beachten - bei einer Durchschnittstemperatur von 20° C beziehen. In der Praxis muss demnach die Tagesdurchschnittstemperatur (nicht die Tageshöchsttemperatur!) ebenfalls mindestens 20° C betragen, um zu gleicher Festigkeit zu gelangen. Doch solche Witterungsverhältnisse herrschen in Deutschland nur kurzzeitig. Weitaus überwiegend wird eher bei einer Durchschnittstemperatur bei ca. 10 bis 11° C zu arbeiten sein. Das aber verursacht als Faustwert ca. eine Verdoppelung der Ruhezeit, um zu gleicher Festigkeit zu gelangen. Ein für unser Durchschnittsklima geeigneter Pflasterfugenmörtel muss demnach eine deutlich höhere Nennfestigkeit aufweisen, wenn eine möglichst kurzzeitige Verkehrsfreigabe beispielsweise in Geschäftszonen erwünscht ist. Dennoch kann aus den oben genannten Gründen die Festigkeit aber auch nicht beliebig nach oben festgelegt werden.

Das Größtkorn der im Pflasterfugenmörtel enthaltenen Sieblinie darf naturgemäß nicht größer sein, als der minimal zulässige Fugenspalt, weil sonst der Fugenmörtel den Fugenspalt nicht füllen kann. ( S. a. Kapitel Pflaster > Fugenbreite) Deshalb muß die Mindestfugenbreite zumindest 2,5 mal größer sein, als der das Größtkorn der Siebline, um eine Brückenbildung und somit Hohlräume innerhalb der Fugen zu vermeiden. Eine hohe Fließfähigkeit eines Fugenmörtels trägt zu einer weitest möglich hohlraumfreien Verfugung auch des Mindestfugenspaltes bei. Die Vermeidung von Hohlräumen in der Fuge ist für die für die Statik und die Frostsicherheit und damit für die Dauerhaftigkeit der Fuge und der Belagplatte unbedingt erforderlich.

Seine Sieblinie darf für eine enge Verfugung trotz Abmaßtoleranzen des Belages oder Abstandhalter nicht größer sein als der 2,5fache Teil des innerhalb jeder Fuge minimal einzuhaltenden Fugenspaltes.

Eine Sieblinie unterhalb 0/1, wie z. B. die Sieblinie 0/0,5, weist eine sehr hohe Streuung der Festigkeitswerte bei der Druckprüfung auf, ist deshalb für ein dauerhaft zu gestaltendes Staßenpflaster zu unsicher und darum nicht geeignet.



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