Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Busse, Taxen

Auswahl der Bauweise > Mechanische Belastung


Busverkehrsflächen und stark frequentierte Haltestreifen für Taxen sind aufgrund der dort anzutreffenden besonderen Belastungen in gebundener Bauweise zu erstellen. Bei der Wahl der Bauklasse sind die Vorgaben der RStO 01 für Busverkehrsflächen und das Merkblatt für den Bau von Busverkehrsflächen zu beachten.

Begründung:

Diese Flächen unterliegen extremer Belastung aufgrund der zwangsweisen Spurfahrt, die in Einmündungen und Ausfahrten durch enge Kurvenfahrt während des Bremsens bzw. Beschleunigens noch verstärkt wird. Beim Anfahren in Kurven, hier sind speziell die Ausfahrten aus Haltebuchten gemeint, wirken zusätzliche Torsionskräfte aufgrund der heute üblichen Servolenkungen auf die einzelnen Steine ein. Bei ungebundener (flexibler) Bauweise kommt es deshalb recht schnell zu Verschiebungen und Verdrehungen von Steinen gerade bei Langsamfahrt (!) im Regen. Die RStO 01 haben den Busverkehrsflächen wohl auch deshalb den eigenen Abschnitt 2.6.2 gewidmet. Die Bauklasse IV kann nur bei sehr niedriger Verkehrsfrequenz für diese Nutzungsart eines Pflasters gewagt werden, ansonsten ist generell die Bauklasse III vorgegeben, bei einer Belastung von mehr als 150 Bussen pro Tag sogar die Wahl einer höheren Bauklasse. Auch das Merkblatt für den Bau von Busverkehrsflächen von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln, Ausgabe 2000, legt für alle vorrangig von Bussen benutzte Flächen die Bauklasse III als zu wählen fest.

Aufgrund geringerer Achslasten der Fahrzeuge sind Wartebuchten für Taxen nicht gar so stark belastet, aber aufgrund der innerhalb enger Flächen erfolgenden stetigen Bremsungen, Beschleunigungen und Kurvenfahrten immerhin deutlich mehr als eine normal gerade zu überrollende Fahrbahn. Auch die Wirkung der Servo-Unterstützung bei stehend gedrehtem Lenkrad auf einer Belagfläche ist nicht zu unterschätzen. Insgesamt kommt es entscheidend auf die Verkehrsfrequenz an, die am Haupteingang eines großstädtischen Bahnhofs oder einer großen Messe deutlich höher liegt, als in einem kleinstädtischen Wohngebiet. Die Wahl einer lt. RStO 01 für reine Parkflächen vorgesehenen Bauweise ist m. E. aufgrund der anders gelagerten und deshalb deutlich stärken Beanspruchung von Taxenspuren nicht zu empfehlen. Die Erfahrung zeigt, dass zumindest stark frequentierte Taxenspuren gebunden ausgeführt werden sollten, weil ansonsten die von Ampeln und Einmündungen bekannten Schäden drohen. Wer jedoch die gebundene Bauweise grundsätzlich komplett in der Bauklasse III ausführt, wie unten im Kapitel Tragschicht > Planung Tragschicht geraten, hat auch in diesem Punkt ohnehin keine Probleme.

Ein Faustwert: Werten Sie zur Kontrolle die Anzahl der Taxen pro Tag (auch den Nachtverkehr, evtl. besonders am Wochenende, berücksichtigen!) als Schwerfahrzeuge, um die tatsächlich zu erwartende besondere Belastung des Pflasters speziell an den Ein- und Ausfahrtbereichen als "stark frequentiert" abschätzen zu können.



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