Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Dehnungsfugen laut Regelwerk

Dehnungsfugen


Es ist Aufgabe des Planungsingenieurs, eindeutige Vorgaben für die Anordnung und Ausführung von Dehnungsfugen (Bewegungsfugen) in einem Leistungsverzeichnis zu treffen, sowohl für die Hauptflächen an Pflaster in gebundener Bauweise, für die es derzeit kein gültiges Regelwerk gibt, als auch für Rinnen auf Unterbeton, weil sich die verschiedenen Vorgaben dazu einander widersprechen.

Begründung:

In der gebundenen Bauweise ist zwischen Pflasterrinnen auf Unterbeton und den Hauptflächen des Pflasters auf Plätzen und Straßen zu unterscheiden. Das derzeit gültige Regelwerk bietet widersprüchliche Vorgaben für den Sonderfall 'Rinnen auf Unterbeton' an und mangels fehlendem Regelwerk für die gebundene Bauweise keine für die Hauptpflasterflächen auf Plätzen und Straßen.

Die aktuellen Vorgaben lauten wie folgt:

Das Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen, Teil 1, Regelbauweise (Ungebundene Ausführung) M FP 1, Ausgabe 2003, schreibt für Rinnen auf Unterbeton in Abschnitt 4.9 Dehnungsfugen "ca. alle 15 m durch Fundament und Rückenstütze" gehend vor.

DIN 18318, Ausgabe 2006, verlangt widersprechend in Abschnitt 3.9 jedoch für Entwässerungsrinnen:

"Bewegungsfugen sind im Abstand von höchstens 12 m mit mindestens 8 mm und höchstens 15 mm Breite herzustellen." -

Beachten Sie bitte dazu auch die Ausführungen unten im Kapitel 'Dehnungsfugen in Sockeln'.

Das Arbeitspapier Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung, Ausgabe 2007, (dieses gehört ausdrücklich nicht zum Regelwerk!) sieht in Abschnitt 4.5 Dehnungsfugen im Abstand von 4 m bis 6 m für die Hauptflächen vor, diese in auch kostenmäßig sehr aufwendiger, aber nahezu unerprobter Technik erstellt.

Es ist angebracht, moderne Ausführungen eines Bauwerks technisch zumindest nicht schlechter herzustellen, als durch jenes Regelwerk beschrieben, das als nicht mehr gültig erklärt wurde. Deshalb nachfolgend ein Rückblick:

Vorgaben für Dehnungsfugen in Pflasterflächen fanden wir in der inzwischen überarbeiteten DIN 18318, Ausgabe 1992, in Abschnitt 3.2.5. Sinngemäß gleichlautende Formulierungen standen im ebenfalls inzwischen ungültigen Merkblatt für Flächenbefestigung mit Pflaster und Plattenbelägen, Ausgabe 1989/94, an verschiedenen Stellen:

"In Pflasterdecken und Plattenbelägen auf Mörtelbett mit vermörtelten Fugen sind Dehnungsfugen im Abstand von höchstens 8 m auszuführen. Weiterhin sind Dehnungsfugen über Fugen in Betontragschichten, oder Bauwerken und beim Anschluss an Bauwerke herzustellen."

Das vorrangig für den Bau von Betondecken erstellte Merkblatt Dränbetontragschichten (DBT), Abschnitt 3.4 Ankerben der DBT, schreibt längs und quer als Kerbfugen ausgebildete Dehnungsfugen mit dem Wort "muss" sogar im Abstand von maximal 5 m vor, welche unbedingt deckungsgleich in die Pflasterung zu übernehmen seien. (Wurde aber die exakt senkrechte Anordnung nicht eingehalten, zeigten sich verschiedentlich wilde Dehnungsrisse in Fugen sogar nur eine Steinbreite neben vorhandenen hoch elastischen Silikon-Dehnungsfugen.) - Asphalttragschichten benötigen keine Kerbfugen.

Vorgaben für die Ausführung von Dehnungsfugen sind in den ZTV Fug-StB 01, Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Fugen in Verkehrsflächen, FGSV, Köln, Ausgabe 2001 zu finden. Sie beschreiben lt. Abschnitt 1.2.2. nur den Einbau von heiß verarbeitbaren Fugenmassen für Pflasterflächen. Sie sind vorrangig im ungebundenen Aufbau einzusetzen (vergl. ZTV Pflaster-StB 06, Abschnitt 1.5.1.2), weil sie nur wenige Zentimeter tief eingefüllt werden können. Aus ästhetischen Gründen sind die dabei entstehenden schwarzen Linien in der Belagfläche (und im Sommer nicht selten entstehende Verschmutzungen der Steinoberflächen durch Bitumen) bei vielen Planern und Bauherren nicht gern gesehen.

Die wenigen Beschreibungen zu kalt verarbeitbaren Fugenmassen sind lt. ZTV Fug-StB 01, Abschnitt 1.2.3, auf die besonderen Bedingungen von Verkehrsflächen nur aus Beton abgestellt. Aufgrund der oben dargestellten Aussage, dass wir aufgrund der inhomogenen vermörtelten Pflasterflächen erst noch wissenschaftlich zu belegende Fakten benötigen, um die Vorgänge darin umfassend und fundiert zu verstehen, ist diese Abgrenzung sinnvoll.

Ingesamt scheint der Praktiker in Planung und Ausführung auf die Weitergabe von Erfahrungen in der Gestaltung funktionsfähiger Dehnungsfugen in Pflasterflächen angewiesen. Nachstehend soll dazu ein Beitrag geleistet werden.



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