Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Dränbeton-TS

Tragschicht


Dränbetontragschichten sind gemäß dem Merkblatt für Dränbetontragschichten (DBT), Ausgabe 1996, (Merkblatt DBT) unter Beachtung des Hinweises der ZTV Pflaster-StB 06, Zusätzliche Technische Vertragbedingungen und Richtlinien zur Herstellung von Pflasterdecken, Plattenbelägen und Einfassungen, Abschnitt 1.4.3, auszuführen.

Begründung:

Mit der DBT wurde der in allen Regelwerken geforderten Wasserdurchlässigkeit der Tragschichten unter Nutzung eines inzwischen neu erarbeiteten Merkblattes Rechnung getragen. Die Fußnote 15 in der Tafel 3 der RStO 01 verweist auf die ZTV Pflaster-StB, welche in Abschnitt 1.4.2 wiederum auf das Merkblatt für Dränbetontragschichten (DBT) verweist. Die mittlere Druckfestigkeit der Dränbetontragschicht ist dort im Abschnitt 5.6.3 mit lediglich im Mittel mindestens 8 N/qmm nach 28 Tagen (bei Eignungsprüfung 15 N/qmm lt. Abschnitt 4.5.1) angegeben, wobei jedoch als Einzelwert sogar nur 6 N/qmm zulässig sind! Doch endlich wurde auch einmal die für den Pflasterbau völlig unzureichende Statik dieser Schicht zur Kenntnis genommen. Denn in Abschnitt 1.4.2 der ZTV Pflaster-StB 2006 wurde zurecht ein wichtiger Vermerk zur DBT eingefügt, der letztlich eine Druckfestigkeit von im Mittel 20 N/qmm fordert:

"Für Flächen, die mit Kraftfahrzeugen befahren werden, sollten hinsichtlich der Druckfestigkeit höhere Anforderungen vereinbart werden. Auf den Abschnitt 6 des "Merkblattes für wasserdurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen" wird hingewiesen."

Unter Betondecken ist eine Dränbetontragschicht laut Merkblatt DBT, 1. Allgemeines, 2. Absatz nur für bestimmte Sonderfälle und normal sogar nur außerhalb der eigentlichen Fahrspuren vorgesehen:

"Das Merkblatt behandelt Dränbetontragschichten (DBT), die anstelle von Tragschichten mit hydraulischen Bindemitteln oder Asphalttragschichten zur Verbesserung der Entwässerung angeordnet werden. Dabei ist es ausreichend, die DBT im Bereich der Gradiententiefpunkte unter dem tiefer liegenden Fertigungsstreifen (i. d. R. Standstreifen) auf etwa 300 m Länge anzuordnen."

Erst im nachfolgenden Absatz wird darauf hingewiesen, dass DBT auch unter Pflaster- und Plattenbestigungen angeordnet werden können. Es soll in solch einem Fall ein Geotextil zwischen DBT und Bettung angeordnet werden.

Die Dränbetontragschicht fordert lt. Merkblatt DBT, Abschnitt 3.4 unter Pflaster- und Plattenbeläge ein Ankerben der DBT im Abstand von maximal 5 m längs und quer als Dehnungsfugen, welche sich deckungsgleich in der Pflasterung darüber fortsetzen müssen, sofern der Bettungsmörtel direkt auf die DBT aufgebracht wird. Die in der Praxis allgemein und speziell bei Bogenpflasterung zu erwartenden Schwierigkeiten solch einer deckungsgleichen Übernahme von Dehnungsfugen in die Pflasterung sind offenkundig. Daneben ist zu beachten, dass eine hier besonders hohe Anzahl von Dehnungsfugen eine unnötig hohe Anzahl von "eingebauten Schwachstellen" für die Belagplatte darstellen, wie im Unterkapitel zur Anordnung von Dehnungsfugen noch näher zu erläutern ist.

Teilweise wird auf die Kerbfuge in der DBT mit der Begründung verzichtet, dass es gar nicht erwiesen sei, ob sich ein thermisch bedingter wilder Riss innerhalb der DBT in jedem Fall auch in das Pflaster fortsetzt. Denn die Festigkeitswerte der in der Belagplatte verwendeten Materialien liegen deutlich über denen der DBT. Bei entsprechenden Spannungen ist hier deshalb vielleicht eher eine Trennung beider Schichten aufgrund Überschreitung der Scherfestigkeiten denkbar. Diese Möglichkeit sollte m. E. einmal wissenschaftlich exakt untersucht werden. Mit eingebautem Geotextil findet aufgrund der fehlenden Kraftschlüssigkeit (Entkoppelung) wohl ohnehin keine nennenswerte Kraftübertragung von der DBT in Richtung zur Belagplatte statt. Dieser von mir ursprünglich als Vermutung geäußerte Satz findet inzwischen seine Bestätigung in dem Merkblatt für die Anwendung von Vliesstoffen unter Fahrbahndecken aus Beton, M VuB, Ausgabe 2010 in Abschnitt 3.2 Trennfunktion:

"Die Zwischenschicht aus Vliesstoff trennt die Betondecke dauerhaft von der Tragschicht mit hydraulischem Bindemittel.

Duch die Vliesstoffzwischenschicht werden Reflexionsrisse in den Deckenbeton ausgeschlossen. Deshalb kann auf das Kerben der Tragschicht verzichtet werden."


Damit wird die Forderung des Merkblattes DBT nach Kerbfugen bei gleichzeitigem Einsatz von Vliesstoff aufgehoben! Für den gebundenen Pflasterbau kann das vorstehende Wort 'Deckenbeton' hier sinnentsprechend gegen 'Belagplatte' ausgetauscht werden.

Außerdem entstehen die einen Riss verursachenden Zugspannungen in den Schichten ohnehin durch Kälteeinwirkung. Diese kommt jedoch aufgrund der jahreszeitlich bedingten Klimaänderungen von oben. Risse entstehen also zuerst in der Belagplatte, danach erst in der Tragschicht. Folglich kann die Kraftübertragung aufgrund negativer thermischer Längenänderungen (zuzüglich kleine Radien bildender Verkehrsauflast) nur von oben nach unten wirken, nicht umgekehrt. Erwärmt sich anschließend die Umgebungsluft, entstehen Druckspannungen ebenfalls wieder zuerst in der Belagplatte, welche eventuell vorhandene Risse aber eher schließen.



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