Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Frostsicherheit

Bettung


Die Forderungen der DIN EN 206-1 Beton; Festlegung, Eigenschaften, Herstellung, Konformität (Ausgabe 2001-07) und der DIN 1045 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton, Teile 1 - 4, Anwendungsregeln zu DIN EN 206-1, (Ausgabe 2001-07), sind aufgrund der Frosteinwirkung auf den Bettungsmörtel innerhalb der Expositonsklassen XF1 bis XF4 einzuhalten.

Begründung:

Die RStO 01 fordern Frostsicherheit für den gesamten Oberbau. Für Frosteinwirkungen gibt es in DIN EN 206-1 eine eigene Expositionsklasse, nämlich XF. Das "F" steht für "freeze" = Frost. Eine Mindestdruckfestigkeit von weniger als 30 N/qmm (Beton C 25/30) ist demnach für Beton im Frosteinwirkungsbereich generell nicht zulässig. Denn innerhalb der Expositionsklassen XF 1 bis 4 wird kein Beton unterhalb Klasse C 25/30 (gültig für Außenbauteile bei mäßiger Wassersättigung und ohne Taumittel) aufgeführt. Dieses begründet sich mit der zunehmenden Dichte des Betons durch steigenden Zementanteil und seiner so automatisch höheren Druckfestigkeit.

Daneben ist die zu fordernde Mindestdruckfestigkeit für Bettungsmörtel auch bei verkürzter Verkehrsfreigabe und Verarbeitung bei niedrigen Umgebungstemperaturen zu beachten, was die Nutzung von Beton C 30/37 oder gar C 35/45 als ratsam erscheinen lässt. Damit steigt auch die Dauerhaftigkeit der Belagplatte, welche bekanntermaßen ein weiteres wichtiges zu erfüllendes Kriterium der RStO 01 ist ( s. u., Kapitel Druckfestigkeit von Bettungsmörtel). Die reale Nutzung wird mit einer weit höheren Zeitspanne von 50 oder gar mehr Jahren gewünscht. Dieses gilt besonders für Flächen, die ein historisches Straßenbild erhalten sollen. Adäquate Unterhaltsmaßnahmen sind dafür, wie für andere Bauwerke auch, eine selbstverständliche Voraussetzung.

Manchmal wird angeführt, dass die Ortssatzung den Taumitteleinsatz verbiete. Also sei kein Taumittelangriff auf Beton oder Mörtel im Oberbau zu erwarten. Der Bettungsmörtel könne demnach mit der Mindestdruckfestigkeit für Frostangriff in der Expositionsklasse FX 1 als Beton C 25/30 ausgeführt werden.

Abgesehen von der zu fordernden Mindestdruckfestigkeit für Bettungsmörtel auch bei verkürzter Verkehrsfreigabe (s. folgendes Kapitel) ist zu bedenken, dass unter normalen Umständen kein Gesetz schneller und leichter verändert werden kann, als eine Ortssatzung. Somit kann bei Bedarf der Taumitteleinsatz recht kurzfristig wieder zugelassen werden. Die Planung einer Straße sollte aber auch langfristig unter sich ändernden Verhältnissen im Laufe von Jahrzehnten Bestand haben. Deshalb ist meines Erachtens eine Straße grundsätzlich so zu planen, dass immer Taumittel schadlos zum Einsatz kommen können.

Ab und an wurde auch dargestellt, dass der Bettungsmörtel als 2. Schicht unter dem mit Fugenmörtel verfugten Steinbelag angeordnet sei und darum dort kein Wasser eindringen könne. Auch Taumittel könne aus gleichem Grund den Bettungsmörtel nicht erreichen. Deshalb sei eine Absenkung um eine Druckfestigkeitsklasse erlaubt. Diese Argumente sind an sich und zusätzlich im Hinblick auf die anzustrebende Dauerhaftigkeit der Flächen gleich in mehrfacher Hinsicht fragwürdig:

Die RStO 01 fordern Frostsicherheit für den gesamten Oberbau, also klar und eindeutig für jede einzelne Schicht, hier demnach auch für die Bettung. Analogie: Darf denn etwa als Tragschicht unter einer Betondecke ein nicht frostsicheres Schottermaterial eingebaut werden, weil die Betondecke wasserunduchlässig ist?

Kein Bauwerk bleibt auf Dauer schadenfrei, besonders nicht bei leider auch zu erwartenden Verkehrsunfällen und anderen Überlastungen. Haarrisse sind daneben in Betonbauwerken ebenfalls nicht grundsätzlich zu vermeiden. Vor allem werden in diesem Zusammenhang die offenen Stoßfugen der Borde stets übersehen, die den direkten Zutritt von Wasser (mit und ohne Taumittel) an die Bettung erlauben, häufig aus den dort angeordneten Rinnen kräftig gespeist. Auch Dehnungsfugen können als ein zeitweilig nicht komplett dichtes Wartungsbauteil bis zu ihrer erneuten Sanierung Wasser in die Bettung durchlassen.

Regional können zusätzlich auch besonders hohe Grundwasserstände (z. B. in Marschen, Flußtälern u. ä.) eine wichtige Rolle bei der dann nicht mehr nur mäßigen Wassersättigung von Bettungen spielen.



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