Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Fugenbreite

Pflaster


Aufgrund widersprechender Angaben für zulässige Fugenbreiten in verschiedenen Regelwerksteilen sind sie in Leistungsverzeichnissen vom Planer festzulegen.

Die Mindestbreite des Fugenspaltes muss gerell eine homogene Verfüllung der Fugen über die gesamte Steinhöhe zulassen, in der gebundenen Bauweise ohne Lufteinschlüsse. Somit ergibt sich die zu berechnende Mindestbreite aus dem Größtkorn der im Mörtel enthaltenen Gesteinskörnung. Sie kann bei Verwendung eines gut fließfähigen zementgebundenen Pflasterfugenmörtels der Standard-Sieblinie 0/2 mit 5 mm Mindestbreite beziffert werden, bei einer Sonder-Sieblinie 0/1 mit mindestens 3 mm. Diese Angaben gelten im sichtbaren Kopfbereich und ebenfalls innerhalb des nicht sichtbaren Fugenspaltes mit seinen für Natursteine auch dort zulässigen Abmaßtoleranzen, aber auch zwischen evtl. vorhandenen Abstandhaltern an Betonsteinen.

Eine vom Planer im Leistungsverzeichnis festzugelegende Mindestfugenbreite muss wenigstens aus der Hälfte (je Seitenfläche aufgrund vorsortierter Steine) der maximal zulässigen Abmaßtoleranz des Natursteinbelages, bei Betonsteinen aus der Breite eventuell vorhandener Abstandhalter, plus jeweils der oben genannten Mindestbreite des Fugenspaltes für den Fugenmörtel bestehen, um eine in voller Tiefe kraftschlüssige Verbindung der Steine mit dem Fugenmörtel gewährleisten zu können.

Eine Festlegung der zulässigen maximalen Fugenbreite muss zumindest auch die zulässigen negativen Abmaßtoleranzen der Steine sinngemäß einbeziehen.

Unter den vorstehenden Bedingungen ( s. a. Kapitel Pflaster > Steinformen) wird empfohlen, dass Klinker und Betonsteine sowie maßhaltige Natursteine im eingebauten Zustand eine Fugenbreite zwischen 6 mm bis 10 mm aufweisen sollten, ebenfalls besonders gut zu sortierende Steine des Nennmaßes 6 cm und kleiner, und dass Natursteine mit 15 mm Abmaßtoleranz zwischen 12 mm bis 20 mm und mit 10 mm Abmaßtoleranz zwischen 10 mm bis 15 mm Fugenbreite gesetzt werden sollten.

Begründung:

Das Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen, Teil 1 Regelbauweise (Ungebundene Ausführung) M FP 1, Ausgabe 2003, fordert in Abschnitt 4.3:

"Die Fugenbreite bei Natursteinpflaster sollte bei Verkehrsflächen der Bauklasse III und IV in Kopfhöhe 10 mm und in Fußhöhe 20 mm nicht überschreiten. Dies erfordert bearbeitete oder besonders sortierte, gespaltene Pflastersteine ...."

Das (privatwirtschaftliche) DNV-Merkblatt Pflasterdecken und Plattenbeläge aus Naturstein für Verkehrsflächen, Stand: April 2000, Abschnitt 3.7 Anforderungen an Fugenbreiten, legte für die gebundene Bauweise maximale Fugenbreiten fest, welche für Großpflaster 20 mm, für Kleinpflaster 15 mm und für Mosaikpflaster 10 mm lauten. Flächen aus gesägten Natursteinplatten mit bearbeiteten Kanten dürfen danach ebenfalls maximal 15 mm Fugenbreite aufweisen, und solche mit handgefertigten Kanten 25 mm. Größere Fugen als vorstehend werden als Ausführungsmangel bezeichnet. Die Fugenbreiten für Mosaik- und Kleinpflaster sind aber nur unter der im Merkblatt ausdrücklich benannten Voraussetzung erreichbar, dass die Abmaßtoleranzen der Steine alten DIN 18502 entsprechen und nicht den wesentlich weiter gefassten der neuen DIN EN 1341 und 1342; denn die Abmaßtoleranz T2 beträgt dort unabhängig vom Steinformat 15 mm zwischen 2 gespaltenen Flächen.

Ein Leistungsverzeichnis kann mit einem entsprechenden Vermerk auf solch eine Sondervereinbarung zur Maßhaltigkeit hinzuweisen. Ebenso sollte bereits jedes Muster-LV eine Vorsortierung auf der Baustelle für die Gestaltung gleich breiter Steine in einer Schnurreihe zwecks Verbesserung des Pflasterfugenbildes vorsehen.

Wieder andere Fugenbreiten sind in der erst im November 2006 erschienenen DIN 18318 unterschiedlich nach Betonsteinen, Ziegel/Klinker, Natursteinen und Plattenbelägen aufgeführt. Für Natursteine sind ab der hier vorrangig zu verarbeitenden Nenndicke 120 mm die Fugenbreiten 15 mm für unbearbeitete und 10 mm für bearbeitete Steine vorgesehen. Betonsteine ebenfalls ab 120 mm sollen mit 8 bis 10 mm breiten Fugen gesetzt oder verlegt werden.

Die einzurechnende Abmaßtoleranz der Steine für die Festlegung der Fugenbreite berücksichtigte man im Regelwerk bislang nur unzureichend. Das führte in der Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Pflasterfirma und der Bauaufsicht. Doch es ist zu berücksichtigten, dass im fertig verfugten Zustand auch unsichtbare Beulen in den Seitenflächen von ansonsten nahezu maßhaltigen Steine die Breite der Fugen bestimmen. Da aber die Steine möglichst nicht "knirsch" gesetzt werden sollen, muss der Abstand zwischen jenen Beulen und dem angrenzenden Stein zusätzlich auch noch Füllmaterial für die Fuge aufnehmen können. So ergibt sich vereinzelt (Stein mit Nennmaß, aber eine Beule im Rahmen der zulässigen Abmaßtoleranz) eine Maximalfugenbreite von 20 mm für unbearbeitete Steine.

Da die DIN EN 1342 keine Unterschiede der Toleranzen zwischen den Steinformaten kennt, gilt diese Aussage für alle Formate, also auch für Mosaiksteine! Ein Planer hat bei gewünscht engfugig gestaltetem Pflaster kleiner Formate folglich die Pflicht, bearbeitetes Material auszuschreiben, um keinen Planungsfehler zu begehen. -

In der ungebundenen Bauweise hat die Enge der Verfugung handfeste Auswirkungen auf die Stabilität der gesamten Fläche. Doch aufgrund der vom Fugenmörtel hergestellten Kraftschlüssigkeit des Verbandes spielen wenige Millimeter Fugenbreite mehr oder weniger in der gebundenen Bauweise nahezu keine Rolle. So kann aus der Sicht der Dauerhaftigkeit des Straßenpflasters bei Großpflaster eine maximale Fugenbreite von 25 mm ohne Probleme ausgeführt und abgenommen werden.



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