Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Mehrschichtiger Fugenaufbau?

Verfugung


Mehrschichtige Fugenfüllungen mit Kunstharz-Fugenmörtel sind zu vermeiden.

Begründung:


Fugenfüllungen, die in der anteilig überwiegenden unteren Fugentiefe mit zementgebundenem Fugenmörtel und in der verbleibenden geringeren Resthöhe in einem weiteren Arbeitsgang mit relativ weichem und teurem Kunstharz-Fugenmörtel geschlossen werden sollen, sind abzulehnen. Denn der Einsatz von Kunstharz-Fugenmörtel in zu befahrenden Pflasterflächen an sich ist schon bedenklich, wie im vorherigen Kapitel ausführlich beschrieben. Und es sind weitere Aspekte zu berücksichtigen:

Aufgrund der im vorherigen Kapitel geschilderten unzureichenden Haftung von Kunstharz-Fugenmörtel an benetzten Steinflanken (kein Kleber klebt auf Wasser) kann in die Fuge eingedrungenes Wasser aufgrund des wasserundurchlässigen zementgebundenen Fugenmörtels in der tieferen Schicht nicht abfließen. Lt. RStO 01 zu vermeidende Frostschäden sind nach und nach die Folge. Diese werden durch die beim Einkehren praktisch nicht zu verhindernde Hohlraumbildung von Epoxidharzmörtel in den Fugen deutlich wahrscheinlicher. Dadurch platzt die extrem teure obere Schicht immer wieder heraus. Sie soll nach den Vorstellungen der Hersteller von Zeit zu Zeit jeweils in voller Tiefe bis zur zementgebundenen Fugenfüllung erneuert werden. - Es stellt sich die Frage, wer davon welchen Nutzen zieht. - Außerdem ist zu bedenken, in wie weit angrenzende (Beton-) Steine durch Eisbildung bis zu einer Reparatur solch loser Fugenfüllungen vorher auch noch beschädigt werden können.

Sinnvoller erscheit doch wohl, die Fugen gleich in voller Höhe mit einem nur einen Bruchteil kostenden und technisch ausgereiften zementgebundenen Pflasterfugenmörtel dauerhaft zu verfüllen und so schon bei der Herstellung 2 unnötige Arbeitsgänge (1 zusätzliche Verfugung und 1 zusätzliche Reinigung der Steinoberflächen bei Verschmutzungen während der Verfugung) komplett einzusparen - und zusätzlich die absehbar aufwändigen Reparaturen gleich mit!

Manchmal ist als Begründung für den zweischichtigen Fugenaufbau die Behauptung zu hören, dass ein zementgebundener Fugenmörtel durch Frost oberflächlich kaputt gehen "muss". Dieses trifft aber nur auf solche mit herstellerseitig unzureichender Festigkeit und Ausstattung zu (z. B. besonders deutlich bei Verwendung der früher zulässigen Mörtelgruppe III), wie jahrzehntelang liegende unversehrte Flächen mit qualitativ hochwertigem Fugenmörtel beweisen.

Teilweise wird nun für den unteren Teil des zweischichtigen Aufbaus ein Fugenmörtel mit Druckfestigkeitswerten weit über denen von Betonsteinen vorgegeben, z. B. ca. 70 N/qmm. Kommt es in dieser Konstellation zu Pflasterschäden z. B. nach einem Verkehrsunfall oder durch andere Überlastungen, kein Bauwerk bleibt zudem auf Dauer schadenfrei, dann gestaltet sich eine Reparatur schwierig: Normal soll in solch einem Fall die leicht zu reparierende Fuge nachgeben. Hier werden es zwangsläufig die deutlich weicheren Betonsteine sein, die mindestens an ihren Seitenflächen abreißen, während die Fuge "steht". Und nun tauschen Sie mal Betonsteine aus, an denen das - tief in der Fuge liegende - Fugenmaterial so hart ist, dass es sich ohne Beschädigung der angrenzenden intakten Betonsteine nicht lösen lässt. Außerdem liegen über die Wirkung der Versprödung solch eines harten Fugenmaterials unter Verkehrslast bei besonders niedrigen winterlichen Temperaturen keine wissenschaftlich fundierten Erfahrungen vor. Bei den deutlich weicheren Betonsteinen kennen wir derartige Schäden nicht.



[Weiter]


[Diese Seite drucken]


.

Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü