Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Nachbehandlung Pflasterfugenmörtel

Verfugung


Mit zementgebundenem Pflasterfugenmörtel verfugte Flächen sind wie Beton mindestens 1 Tag lang, oder nach Herstellervorgaben auch länger, z. B. durch das Abdecken mit Folien, nachzubehandeln. Bei entsprechenden Witterungsbedingen ist zur Vermeidung des Glasdach-Effektes der Mörtel durch Beschattung vor Überhitzung zu schützen, z. B. durch die zusätzliche Auflage eines Vlieses. Eine kontinuierlich feucht gehaltenes Vlies kann bei hochsommerlichen Temperaturen aufgrund der Erzeugung von Verdunstungskälte zusätzlich kühlen.

Es wird empfohlen, die Abdeckungen bis zur Verkehrsfreigabe auf der Fläche zu belassen, um eine vorzeitige Befahrung der noch unzureichend durchgehärteten Belagplatte durch Fremdfahrzeuge zusätzlich zu Absperrungen zu behindern.

Begründung:


Im Hochbau ist die Nachbehandlung einer Betonfläche im Anschluss an das Gießen ganz selbstverständlich. Doch im Straßenbau wurde nahezu generell übersehen, dass ein zu schnelles Abbinden des Fugenmörtels zu Schwindrissen und zur berüchtigten Mehlschicht aufgrund Bildung von Kapillaren durch zu schnelles Verdunsten von Zugabewasser führen kann.

Das Nachbehandlungsmittel VERGUSIT RETHICRET wird direkt nach dem Verteilen des Fugenmörtels nass in nass aufgesprüht und anschließend mit einer dünnen Malerfolie geschützt (dicke Baufolien sind nicht geeignet!). So kann die gesamte Fläche ohne Unterbrechung und somit sehr rationell und zumeist über den gesamten Arbeitstag hinweg verfugt und danach in nur einem Arbeitsgang gereinigt werden.

Die Reinigung der Steinoberflächen ist dabei deutlich schneller, weil keine Rücksicht mehr auf ein zu tiefes Ausspülen der Fugen genommen zu werden braucht. Denn sie sind inzwischen längst hart und deren Zementanteile können deshalb auch nicht immer wieder neu auf die Steinoberflächen gespült werden. Mit dem Nachbehandlungsmittel hergestellte Flächen sind daher systembedingt immer deutlich sauberer als lediglich mit Wasser abgespülte und sparen zudem Wasser- und Personalkosten aufgrund schnellerer Reinigung.

Daneben entfällt das Risiko eines verspäteten Reinigungsbeginns, was gerade im Sommer aufgrund eher beginnender Härtung des Mörtels durch die hohen Lufttemperaturen leicht einmal passieren kann.

Dank der beim Reinigen bereits harten Fugen kann unbesorgt in alle Richtungen gespült werden, also auch fort von angrenzenden Leerfugen, um dort sonst nicht mehr zu entfernendes Spülgut bequem auf der Belagfläche aufnehmen und entsorgen zu können, falls anderntags eine Restfläche weiter verfugt werden muss.

Wird ein Nachbehandlungsmittel eingesetzt, kann Regen dieses bis zur Wirkungslosigkeit verdünnen. Schwere Oberflächenverschmutzungen wären die Folge. Auch deshalb ist starker Regen während der Verfugung und hier speziell bis zur erfolgten Nachbehandlung und Folienabdeckung zu vermeiden und die behandelte Fläche vor einlaufendem Regen zu schützen. An den Überlappungen der Abdeckfolien ist auf die Fließrichtung des Regenwassers ebenfalls zu achten, damit der Regen nicht unter die Folie läuft!

Die betontechnologisch erforderliche Nachbehandlung der Fläche ist mit einem durch Folien geschützen Nachbehandlungsmittel automatisch gegeben, So wird ein Problem im Tiefbau gelöst, das vielen Firmen und Planern als Problem teilweise bis heute noch gar nicht überhaupt bewusst ist!

Praktiker bestätigen mit einem Stoßseufzer die vielfache Erfahrung: Wenn der Fugenmörtel trocken ist und damit als "fertig" auf den Laien wirkt, räumt selbstherrliche Dummheit (nachts) die Absperrungen beiseite, sobald die Sperrung als zu lange gefühlt wird. Und dieses dumpfe Gefühl nimmt gerade in Geschäftszonen mit jedem über 1 Woche hinausgehenden Tag gewaltig zu. Doch vom Verlauf der Festigkeitskurven von Mörtel haben diese Individuen normalerweise noch nie etwas gehört.

Dazu eine Anregung aus der Praxis: Zwecks Nachbehandlung sind frisch in Bettungsmörtel gesetzte oder verlegte Flächen ohnehin sofort mit Baufolie abzudecken. Geschützt durch die höher anstehenden Steine bleiben diese Folien sauber von Mörtel und sind deshalb wiederverwendbar. Nachbehandlungsmittel für Fugenmörtel erfordert eine bewusst dünne und preisgünstige Malerfolie, die naturgemäß verschmutzt und deshalb anschließend entsorgt werden muss. Wer nach der Reinigung wieder die ursprüngliche Baufolie auslegt, verbessert so nicht nur die Nachbehandlung der frisch mit Mörtel verfugten Flächen, sondern errichtet ohne zusätzlichen Materialaufwand auch eine psychologische Barriere: Derartiges Pflaster wird wegen der Folienabdeckung und wohl auch wegen des häufig sichtbar auftretenden Kondenswassers offenbar als besonders schützenswerte Fläche wahrgenommen und deshalb längst nicht so schnell vorzeitig befahren, wie nur einfach abgesperrte Flächen! Wird über der Folie außerdem ein Vlies ausgelegt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass keine eigenmächtige "Verkehrsfreigabe" erfolgt.

In jedem Fall sind Folien und Vliese so zu beschweren, dass Wind sie nicht aufwirbeln kann.


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