Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Planung Tragschicht

Tragschicht


Die Auslegung der Tragschichten ist den in Tafel 3, Bauweisen mit Pflasterdecke für Fahrbahnen auf F2- und F3-Untergrund/Unterbau, samt zugehörigen Texten und dort genannten weiteren Regelwerken zu entnehmen. Bei den angegebenen Schichtdicken handelt es sich um Mindestschichtdicken, die in Planung und Ausführung nicht zu unterschreiten sind.

Es wird empfohlen, für befahrbare Pflasterflächen in gebundener Bauweise grundsätzlich die Bauklasse III zu planen.

Begründung:

Als Handelsvertreter für Fugenmörtel und als Betriebswirt (VWA) ohne ingenieurmäßige Ausbildung gibt es für mich keine Veranlassung, mich näher mit der Auslegung von Tragschichten zu befassen oder sie gar zu kritisieren. Es fehlt mir das dafür erforderliche Fachwissen.

Es hat mich sehr erstaunt, dass - falls eine gesprächsweise getroffene Aussage richtig sein sollte - die Auslegungen der verschiedenen Tragschichten in den RStO 01 überwiegend aus Erfahrungen, statt aus statisch exakt errechneten Werten bestehen sollen. - Im Altertum, 27 v. Chr., hat man beispielsweise das Pantheon erbaut, im Mittelalter riesige Kathedralen, die bis in die heutige Zeit überdauerten, alle ohne statische Berechnungen, nur auf Erfahrungen basierend. Hoffen wir also, dass sich im Weltraum- und Computer-Zeitalter der Straßenbau der Neuzeit in dieser mittelalterlichen Tradition auch unter Würdigung der verschieden gelagerten Interessengruppen im gebundenen Pflasterbau als erfolgreich erweist. -


Für die gebundene Verfugung befahrener Flächen ist grundsätzlich eine wasserdurchlässige (s. RStO 01, Abschn. 3.3.2) und laut zurückgezogenem Regelwerk stets auch gebundene Tragschicht erforderlich, um Frostschäden bei später einmal möglicherweise auftretenden Rissen in Fuge und Bettung zu begegnen; denn kein Bauwerk bleibt auf Dauer schadenfrei. In Tafel 3 der RStO 01 ersetzt inzwischen die Dränbetontragschicht (DBT) die in der alten Ausgabe aufgeführte hydraulisch gebundene Tragschicht (HGT). Es bleibt daneben die wasserdurchlässige Asphalttragschicht als Regelbauweise, wenn eine starre (gebundene) Tragschicht benötigt wird. Jene ist in der Tafel in 3 verschiedenen Varianten der ungebundenen folgenden Schichten beschrieben.

Weil der gebundene Pflasterbau in der jüngsten Überarbeitung des Regelwerks plötzlich ausdrücklich (aber aufgrund Erfahrungen und Praxis schon seit dem Altertum sachlich falsch und deshalb juristisch evtl. nicht haltbar?) zur Sonderbauweise deklariert wird (s. z. B. MF P 1, Ausgabe 2003, 2.2), kann Tafel 3 der RStO 01 vorrangig nur für die ungebundene Bauweise gedacht sein.

Folglich wären für die gebundene Bauweise vordergründig die Ausführungen der Schichten nach Tafel 2 der RStO 01 für Betondecken zu beachten, um den statischen Anforderungen zu genügen. Denn eine Belagplatte, bestehend aus dem kraftschlüssigen Verbund von Pflastermaterial mit Fugen- und Bettungsmörtel, ist letzlich statisch nichts anderes als eine "Betondecke mit Pflastersteinvorsatz". Doch in Tafel 2 sind viele der in Tafel 3 aufgeführten und technisch korrekten Möglichkeiten der Gestaltung des Aufbaus für Pflasterflächen gar nicht enthalten.

Vergleicht man allerdings für diesen Bereich die Zeile 2 in Tafel 2 mit dem gleichartigen Aufbau "Asphalttragschicht auf Frostschutzschicht" der Zeile 4 in Tafel 3, fällt auf, dass die Tragschicht für den Pflasterbau stärker als die gleichartige für eine Betondecke vorgegeben ist. Ich gehe davon aus, dass diese Tendenz auch in den anderen Zeilen der Tafel 3 ihre Entsprechung gefunden hat (vergl. RStO 01, Abschnitt 2.5.1, Absatz 1 + 2, in Verbindung mit Abschnitt 2.3). Deshalb können die Ausführungen der Schichten des Unterbaus lt. Tafel 3 meines Erachtens nach wie vor auch im gebundenen Pflasterbau Verwendung finden, falls keine widersprechenden Erfahrungen vorliegen, bzw. neue fundierte Berechnungen (z. B. nach einer Finite-Elemente-Analyse, s. Hinweis am Ende dieses Kapitels) andere Ergebnisse zeigen sollten.

Im (nicht als Regelwerk geltenden) Arbeitspapier Flächenbefestigung mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung, Ausgabe 2007, wird die Meinung vertreten, für alle Pflasterflächen, die eine Befahrung mit Schwerverkehr (lt. RStO 01, Abschnitt 2.2.3, Lkws etc. über 3,5 to Gesamtgewicht) erwarten lassen, grundsätzlich die Bauklasse III zu planen. Dieser Meinung sollte man sich im Sinne einer gewünscht hohen Dauerhaftigkeit der Belagplatte meines Erachtens ohne Vorbehalt anschließen.

Bereits im Jahr 2000 empfahl das (privatwirtschaftliche) DNV-Merkblatt Pflasterdecken und Plattenbeläge aus Naturstein für Verkehrsflächen in Abschnitt 3.2, eine Berechnung nach der Methode der finiten Elemente, welche auch für detaillierte Berechnungen zu Belastungen von Bettungs- und Fugenmörtel ratsam erscheint. (Sie können unter www.z88.de ein Freeware-Programm für Windows und UNIX von Univ. Prof. Dr.-Ing. Frank Rieg, Lehrstuhl Konstruktionslehre und CAD der Universität Bayreuth, downloaden, das den Angaben nach keinerlei Veränderungen in .INI Dateien vornimmt oder DLLs versteckt. Deshalb gibt es auch keine Deinstallationsroutine, das einfache Löschen des Verzeichnisses reicht! Das Programm wurde ursprünglich für den Maschinenbau entwickelt.)



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