Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Platten

Pflaster


Platten sind für befahrbarene Flächen ungeeignet. Dieses gilt auch für nur gelegentliche Befahrung und für Überfahrten von Geh- und Radwegen.

Begründung:

Das Regelwerk unterscheidet aus gutem Grund Plattenbeläge von Pflasterdecken. In den ZTV Pflaster-StB 06 Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien zur Herstellung von Pflasterdecken, Plattenbelägen und Einfassungen, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Köln, Ausgabe 2006, sind Plattenbeläge (Definition in Abschnitt 1.2: Verhältnis Gesamtlänge zu Dicke der Nennmaße größer als 4) auf Fahrstraßen und Überfahrten von Gehwegen als ungeeignet bezeichnet worden (Abschnitt 1.4.1), ebenso in den RStO 01 Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, FGSV, Köln, Ausgabe 2001, welche in Abschnitt 5.2 ebenfalls von der Verwendung von Plattenbelägen auch für Überfahrten von Rad- und Gehwegen abraten. Sinngemäß gleich wird dieses in Abschnitt 2.1, Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen, Teil 1, Regelbauweise (Ungebundene Ausführung), M FP 1, Ausgabe 2003, wiederholt.

Eine Ausnahme bildet das (privatwirtschaftliche) DNV-Merkblatt Pflasterdecken und Plattenbeläge aus Naturstein für Verkehrsflächen, Ausgabe 2000, das in Abschnitt 3.5 unter Hinweis auf Schäden aufgrund unzureichend bemessener Tragschichten und Plattendicken für die Bauklassen IV bis VI unter Bezugnahme auf die Verkehrsbelastungszahlen der inzwischen überholten RSTO 86 und Heraushebung des hierbei besonders erforderlichen hohen Fachwissens bei allen Beteiligten, unter dort nachzulesenden besonderen Anforderungen einer Plattenbauweise zustimmt.

Planungsingenieuren sollten im Hinblick auf ihre Haftung bedenken, dass die RStO 01 juristisch betrachtet vorrangig vor einem privatwirtschaftlich herausgegebenen Merkblatt zu werten sind.

Doch die Praxis zeigt starr verfugte kleinformatige Platten in verschiedenen Fahrstraßen, die entgegen den Ausführungen des Regelwerks keineswegs Schäden zeigen. So gibt es überfahrene Platten (Abmessungen: 40/15/8 bis 40/8/8 cm), die als optische Abgrenzung einer Fahrstraße zum höhengleichen Gehweg fungieren und ca. 18 Jahre lang keine Schäden aufwiesen. Danach gab es auf mehreren hundert Metern Länge vereinzelt kleinformatige Fugenschäden, behebbar durch normale Instandhaltungsmaßnahmen. Diese sind nach 18 Jahren wohl auch nicht ungewöhnlich, wenn man an anders aufgebaute Straßen denkt. Die Verkehrsbelastung dürfte schätzungsweise der Bauklasse V entsprechen. In solch einem Fall kommt einer guten Tragschicht, der ausreichenden Höhe des Fugenmaterials, aber auch seiner Qualität und der des Bettungsmörtels samt fachgerechter Verarbeitung, eine besondere Wichtigkeit zu:

Die statischen Verhältnisse in einer gebundenen Pflasterfläche - hier speziell aus Platten - werden vom kraftschlüssigen Verbund durch einen geeigneten Fugenmörtel zwischen Platte und Platte und auch aufgrund des kraftschlüssigen Verbundes der Platte mit einem geeigneten Bettungsmörtel und der stützenden starren Tragschicht bestimmt. Eine schädigende Hebelwirkung einer Platte tritt bei einseitiger - eventuell sogar diagonaler - Belastung auf, sobald die Platte eine vertikale Bewegung ausführen kann. Das Maß dieser Bewegung wird demnach entscheidend von der Länge des Hebels, den Festigkeitswerten der Fugen- und Bettungsmörtel sowie der Dicke der Platte im Zusammenwirken mit der Tragschicht bestimmt. Je geringer eine Biegung der Fläche zu erwarten ist, desto weniger läuft solch ein Belag Gefahr, Schaden zu nehmen. Nach meiner Kenntnis gibt es bislang noch keinen wissenschaftlich exakt durchgeführten Nachweis, bis zu welchem Plattenformat, bei welchem Steinmaterial und in welcher Bauklasse Schadenfreiheit in Fuge und Bettung von mit Platten belegten Flächen in gebundener Bauweise erwartet werden kann. Baufirmen werden deshalb gegen auch nur gelegentlich überfahrbare Plattenbeläge, zum Beispiel auch bei Grundstückszufahrten über Gehwege, generell Bedenken anmelden.



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