Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Pro und contra Dehnungsfugen

Dehnungsfugen


Sofern Dehnungsfugen nicht durch ein gültiges Regelwerk vorgegeben sind, wie für Rinnen auf Unterbeton, ist für Natursteinflächen zwischen Planungsingenieuren, Bauherren und der ausführenden Firma eine Entscheidung zum Einbau oder gegebenenfalls Verzicht auf Dehnungsfugen zu treffen und letztgenannter zu protokollieren.

Betonsteinflächen sollten nach den bisherigen Erfahrungen stets mit Bewegungsfugen gegen Aufwölbungen und sonstige Pflasterschäden geschützt werden.

Begründung:

Dehnungsfugen sind stets eingebaute Schwachstellen: Sofern an der Stirnseite eines Steines eine Dehnungsfuge angeordnet ist, muß der Bettungsmörtel die ansonsten von der Stirnfläche über den Fugenmörtel und nachfolgende Steine aufgefangene Druckbelastung komplett aufnehmen! Denn die an Dehnungsfugen angrenzenden Steine können nur noch von 3 Seiten vom Fugenmörtel gehalten werden; die vierte Seite besitzt naturgemäß keine horizontale Stützwirkung. Zementmörtel und Beton weisen aber bekanntlich nur eine geringe Zug- und Scherfestigkeit auf, während die Belastbarkeit mit Druck z. B. ca. vierzigfach über der Zugfestigkeit liegen kann. In stark belasteten Bereichen ergaben sich aus diesem Grunde immer wieder Pflasterschäden an Dehnungsfugen.

Eine z. B. an Rinnen angrenzende sandverfugte Fläche gibt bei Fahrbelastung ebenfalls nach, besonders bei durchweichtem Fugenmaterial innerhalb langer Regenperioden. Denn sie erbringt nicht die gleiche starr wirkende Stützwirkung wie ein hochwertiger Fugenmörtel. Deshalb werden an solchen Übergängen nicht selten ebenfalls Schäden im Fugenmörtel wie an Dehnungsfugen beobachtet.

Die Anordnung von Bewegungsfugen innerhalb von Pflasterflächen sollte also genau bedacht werden, aber auch die Möglichkeit, auf sie - aus Haftungsgründen ausdrücklich erst nach Abstimmung mit dem Bauherrn - innerhalb von Natursteinpflasterflächen bewusst zu verzichten. Denn es gibt praktische Erfahrungen:

Es existieren mehre tausend Quadratmeter große mit Zementmörtel verfugte zusammenhängende Natursteinflächen ohne jede Dehnungsfuge und seit vielen Jahren und Jahrzehnten ohne nennenswerte Schäden! Auch nur in den Fugen sanierte Natursteinflächen wurden in der Vergangenheit in der Regel ohne Dehnungsfugen gearbeitet, ohne selbst nach anderthalb Jahrzehnten Schäden durch thermischen Längenänderungen aufzuweisen!

Für Betonsteinflächen gilt diese Aussage bislang nicht. Hier ist die Ursache von wilden Dehnungsrissen vermutlich in deren gegenüber Natursteinen deutlich verminderten Materialfestigkeit und gänzlich anderen Wärmeleitfähigkeit, aber auch in der bei einer Verlegung bislang nicht ausreichend hergestellten Haftung des Bettungsmörtels (früher war lt. DIN 18318 Mörtelgruppe III zwingend vorgegeben!) an den Steinen, sowie einer zu geringen Dicke der mit flachen Betonsteinen hergestellten Belagplatte zu suchen. Aufgrund gerade bei Betonsteinflächen häufig anzutreffenden viel zu niedrigen Steindicken (oft nur 8 cm Steinhöhe) konnte Verkehrsbelastung bei ohnehin vorhandenen Zugspannungen im Winter sehr viel leichter den Auslöser für eine Rissbildung ergeben.

In Belagflächen ohne Dehnungsfugen können Risse nachträglich - evtl. nach einem zusätzlichen Fräsen - mit einem dauerelastischen Material wie bei einer geplanten Dehnungsfuge geschlossen werden. In vielen Fällen schaden Risse lange Zeit noch nicht einmal dem Pflaster, weil sie häufig so eng sind, dass sie sich recht bald mit Schmutz zusetzen. Dann aber ist die horizontale Stützwirkung der Fugen und der Schutz gegen Frostschäden wie in Sand weitgehend wiederhergestellt. Sollten sich aber wilde Risse vergrößern oder von Beginn an für eine ausreichende Frostsicherheit zu breit sein, können sie wie beschrieben nachträglich verbreitert und geschlossen werden.



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