Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Prüfungen zur Freigabe

Freigabe


Es wird vorgeschlagen, Prüfungen der zum Zeitpunktpunkt der Verkehrsfreigabe real erreichten Druckfestigkeiten der im Oberbau verbauten Betone und Mörtel vorzunehmen. Dazu sind am jeweils letzten Tag der Verwendung der Bettungs- und Fugenmörtel eine ausreichende Anzahl Prüfmuster für mindestens 2 Prüfserien (bei nicht auszuschließendem Frost für mindestens 3 Prüfserien) zur Ermittlung der real erreichten Druckfestigkeiten herzustellen und auf der Baustelle, oder zumindest ortsnah unter den Klimabedingungen der Baustelle, also ausdrücklich nicht im Laborklima, zu lagern.

Es sollte jeweils mindestens eine Musterserie Prüfmuster mehr als normal erforderlich hergestellt werden, um nach unvollständig erreichten Mindestwerten wenigstens eine zusätzliche Kontrollprüfung nach dem Ablauf der dadurch erforderlichen Verlängerung der Ruhezeit vornehmen zu können.

Während der Härtung der Mörtel bei naturgegebenen Temperaturen sind die Muster des Bettungsmörtels direkt unter mit Sand verfugten Steinen aus dem Belag zu lagern. Die Musterwürfel aus Pflasterfugenmörtel sind daneben wie Pflastersteine zu setzen und mit Sand einzufugen, um den realen Temperaturbedingungen in der Belagplatte während der Härtezeit möglichst nahe zu kommen. Diese Prüfmusterfläche ist wie die Belagfläche mit Folie und evtl. Vlies zu schützen. So entwickeln sich die Festigkeiten der beteiligten Mörtel gleich denen in der Belagplatte und können deshalb zur Bestimmung der real erreichten durchschnittlichen Festigkeit benutzt werden. Die Prüfung der Muster ist unverzüglich nach ihrer Entnahme aus der Prüfmusterfläche in einem neutralen Prüflabor vorzunehmen.

Mit der vorgeschlagenen Prüfung nach Lagerung unter den realen Klimaeinwirkungen auf der Baustelle kann fundiert nachgewiesen werden, dass die Verkehrsfreigabe der Belagplatte regelwerksgerecht nach dem Erreichen von mindestens 37 N/qmm Druckfestigkeit beider Mörtelsorten erfolgte. Andernfalls ist eine Verkehrsfreigabe bis zum Erreichen der Mindestwerte zu verschieben.

Begründung:


Kein Planungsingenieur kann die während der Bau- und Ruhezeit tatsächlich herrschenden Temperaturen vorhersehen. Doch von diesen ist die zu erreichende Mindestdruckfestigkeit innerhalb der gesamten Dicke der Belagplatte abhängig. Folglich kann man auch keine Härtezeit (Ruhezeit) als festen Wert von Tagen in einem Leistungsverzeichnis festlegen.

Stattdessen ist es ratsam, baustellennah im Freien und möglichst ähnlich dem Einbauzustand gelagerte Prüfwürfel aus Bettungs- und Fugenmörtel zu nutzen, die jeweils an deren letztem Tag der Pflasterung bzw. Verfugung angefertigt wurden. Unter diesen Bedingungen stimmen die Festigkeiten der Muster und die in der Belagplatte praxisgerecht überein, abweichend von den ansonsten üblichen Labor-Werten, die von im Normklima gelagerten Prüfwürfeln stammen. Jene baustellennah gelagerten Muster werden am Tag (vor) der beabsichtigten Verkehrsfreigabe von einem neutralen Prüflabor darauf geprüft, ob die Ruhezeit der Belagfläche ausreichte, die erforderliche Mindestfestigkeit der Mörtel tatsächlich zu erreichen. Denn verschiedene Mörtel können einen jeweils unterschiedlichen Festigkeitsverlauf auf der Zeitachse aufweisen.

Bei extrem belasteten Flächen, z. B. Kreisverkehre, Bushaltestellen, Kurven, Industrie-Zubringern, Einfahrten, Bremszonen u. ä. m., bietet es sich in jedem Fall an, die Verkehrsfreigabe äußerst möglich zu verlängern, um eine ausreichende Sicherheit gegen Überlastung des Bettungs- und Pflasterfugenmörtels durch eine Verlängerung der Härtezeit der Mörtel zu erreichen. Dieses kann in manchen Fällen bereits durch geschickt vorausschauende Bauablaufplanung forciert werden, indem sie z. B. vorsieht, solche Flächen vor allen anderen fertig zu stellen oder wenigstens durch Einbeziehung eines Wochenendes.

Mit der vorgeschlagenen Prüfung entfallen bislang übliche Schätzungen oder gar willkürliche Festlegungen des Freigabetages und werden durch den im Regelwerk vorgegebenen Mindestwert ersetzt. Bauherr und Tiefbau erhalten so im gegenseitigen Interesse zusätzliche Sicherheit; "Bauchgefühl" wird durch Fakten ersetzt.



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