Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Risse in Unterbeton

Tragschicht


Risse in Unterbeton (Sockeln) von z. B. Pflasterrinnen aufgrund zu großer Temperaturdifferenzen sind durch geeignete Maßnahmen zu vermeiden. Vor dem Verfugen ist Unterbeton gründlich auf Risse zu überprüfen und gegebenenfalls hohlraumfrei nachzubessern.

Begründung:

Rissbildung in Unterbeton (Sockeln) wird begünstigt durch starke Temperaturdifferenzen bei der Herstellung und später, auch durch den Umstand, dass sie während der Erstellung und meistens einige Zeit danach dreiseitig von Luft umspült stehen, bis angrenzende Beläge hergestellt sind:

Freistehend wird dieser Baukörper besonders bei direkter Sonneneinstrahlung sehr schnell von 3 Seiten bis in den Kern aufgeheizt. Fällt anschließend die Temperatur langsam und mit vergleichsweise geringer Differenz, werden dabei entstehende Spannungen im Unterbeton überwiegend durch das ihm eigene Kriechvermögen abgebaut. Fallen die Temperaturen jedoch sehr schnell und mit einer großen Differenz, kann der mikroskopische Spannungsausgleich, das Kriechen, dem nicht so schnell folgen. Es entstehen besonders dann wilde Dehnungsrisse, wenn sich die Materialien noch in einer frühen Härtephase befinden, also ohnehin noch keine den auftretenden Kräften gegenüber ausreichende Festigkeit bilden konnten. Praxisbezogen ausgedrückt: Der größte Feind des jungen Bauwerks ist nach direkter Sonneneinstrahlung bei tropischen Temperaturen ein Gewitter, das eine dicke Hagelschicht hinterlässt.

Deshalb sind Sockel sofort nach der Verdichtung des Betons mit Folie abzudecken, um sie vor zu schneller Austrocknung (Entstehung von zusätzlichen Schwindspannungen aufgrund des Volumenverlustes durch zu schnelles Verdunsten von Wasser) und Regen zu schützen. Für die anschließenden Pflasterarbeiten ist die Folie im unmittelbaren Arbeitsbereich vorübergehend zu entfernen und anschließend sofort wieder aufzubringen. Bei Lufttemperaturen spätestens ab 20° C ist es ratsam, die Sockel z. B. durch das vorübergehende Anhäufeln von Sand und/oder durch eine Abdeckung mit Vlies vor zu schnellen Temperaturwechsels und direkter Sonneneinstrahlung (Glashauseffekt!) zu schützen. Gelegentliches Befeuchten erzeugt bei besonders hohen Umgebungstemperaturen Verdunstungskälte, welche den Beton zusätzlich vor Überhitzung schützt.

(Hinweis: Im Falle von wilden Rissen kann vom Verfasser eine spezielle Ausarbeitung zum Thema "Wilde Risse in Pflasterreihen auf Betonsockeln" abgefordert werden, welche anhand des Schadensbildes die verschiedenen Aspekte der unterschiedlichen hier beteiligten Mörtel- und Betonsorten im Zusammenhang mit dem Schwinden, Kriechen, E-Modul und der Temperaturverformung auch im Ausschlussverfahren systematisch analysiert.)

Frei stehende Sockel sind vor der Verfugung gründlich auf Risse zu überprüfen. Sollten sich (Haar-)Risse im Unterbeton zeigen, sind diese gegebenenfalls zu erweitern, auszuspülen und hohlraumfrei mit Mörtel zu füllen, weil die Risse in verfugten Flächen ansonsten bei sinkenden Temperaturen wie Sollbruchstellen wirken.

Damit ist im Grunde eine die Qualität steigernde Neuerung formuliert. Denn welcher Praktiker hat auf der Baustelle bereits erlebt, dass man die Sockel derart sorgfältig gegen Witterungseinflüsse und Verdunstung schützte und zudem noch eine eingehende Prüfung auf (Haar-) Risse vor der Verfugung anordnete?



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