Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Schutz des Grundwassers

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Pflasterflächen sollten zum Schutze des Grundwassers auch außerhalb von Wasserschutzzonen vorrangig in gebundener, wasserundurchlässiger Bauweise erstellt werden. Eine Abweichung davon sollte nur auf wenig befahrenen Nebenstraßen und unter besonderer Berücksichtigung der örtlichen Grundwasserverhältnisse überhaupt in Betracht kommen.

Begründung:


Das fortschreitende Umweltbewußtsein schärfte inzwischen den Blick für die Auswirkungen der Versiegelung des Bodens durch Bauwerke aller Art, also auch durch Straßen und Plätze. Wasserdurchlässige Straßenbeläge, Ökopflaster und Fugen werden als Lösung für dieses Problem angeboten. Allerdings ist hier auch die Beschaffenheit des Oberflächenwassers zu berücksichtigen, das bei einem ungebunden aufgebauten Pflaster durch die Fugen hindurch dem Grundwasser zugeführt wird:

Wasserdurchlässige Straßen dürfen laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) nicht mit Taumitteln behandelt werden. Auch muss der höchste (nicht mittlere!) Grundwasserstand nach dem WHG für eine wasserdurchlässige Straße mindestens 2 m unterhalb der Geländeoberfläche liegen und es dürfen keine schädlichen Verunreinigungen auf der Straße auftreten. Wie will ein Planer diesen letzten Punkt ausschließen?

Das anfallende Oberflächenwasser unterliegt dem direkten Einfluss der durch gesundheitsschädliche Kohlenstoff-Verbindungen, Schwermetalle, Schwefeldioxid und andere Giftstoffe verunreinigten Auspuffgase sowie Reifenabrieb und Ölverlusten der Fahrzeuge. Mindestens alle wasserlöslichen Schadstoffe (Anteil ca. 40 %) spült der Regen innerhalb wasserdurchlässiger Flächen ungereinigt in den Untergrund.

Die Pufferkapazitäten des Bodens unter Straßen sind je nach seiner Beschaffenheit nach ca. 10 - 20 Jahren erschöpft und gelten ab bestimmten Kontaminationswerten als Sondermüll! Diese werden desto eher erreicht, je häufiger eine Straße befahren wird.

Für die Beurteilung der Umweltschädlichkeit sind die biologisch nicht abbaubaren toxischen Stoffe von besonderer Bedeutung. Diese Tatsache wird bereits heute bei der Entfernung von in z. B. Bundesstraßen eingewachsene Sand- und Grasansammlungen berücksichtigt, indem sie dem Sondermüll zugeordnet sind und mit entsprechend hohen Kosten beseitigt werden müssen. Wann werden wohl Umweltschützer erstmals messen und dann gesetzeskonform regelmäßig durchsetzen, dass im Falle einer Straßensanierung der Austausch von flexiblen Tragschichten, Bettungen und Fugenmaterial über die Sondermülldeponie unter entsprechend enormen Kosten abgewickelt werden muss, weil man heute zwar das Grundwasser "vermehren" wollte, aber dabei nicht an seine dabei zwangsläufig erfolgenden Verunreinigungen dachte?

Folglich sollten aus Gründen eines wirklich durchdachten Umweltschutzes eigentlich generell Verfugungen mit wasserundurchlässigem Pflasterfugenmörtel für Pflasterflächen geplant und anfallendes Oberflächenwasser einer ordnungsgemäßen Reinigung unterzogen werden. Eine Abweichung davon sollte nur auf wenig befahrenen Nebenstraßen und unter besonderer Berücksichtigung der örtlichen Grundwasserverhältnisse überhaupt in Betracht kommen.

Selbstverständlich muss in jeder verantwortungsvoll durchgeführten Planung das Vorliegen einer Wasserschutzzone mit ihren hier nicht näher auszuführenden Sonderregelungen für den Straßenbau geprüft werden (S. a. Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wassergewinnungsgebieten, RiStWag, FGSV 514).



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