Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Setzschicht, Ausgleichschicht

Bettung


Setzschichten oder Ausgleichschichten sollen möglichst sofort nach dem Verdichten und Aufrauhen der Basisschicht aufgebracht werden.

Ist dieses den Umständen nach nicht möglich, muss die aufgerauhte Basisschicht in der Zwischenzeit zuverlässig gegen ein zu schnelles Verdunsten von Wasser geschützt, also nachbehandelt werden, um die Bildung einer sogenannten "Mehlschicht" zu unterbinden, welche die Haftung des später aufzubringenden frischen Bettungsmörtels als Ausgleich- oder Setzschicht deutlich verringern oder gar verhindern kann.

Der Erstarrungsbeginn für den unverdichteten Bettungsmörtel der Setzschicht oder Ausgleichschicht darf erst nach Beendigung der Pflasterarbeiten eintreten, ansonsten ist er sofort zu entsorgen.

Die Setzschicht dient bei zu setzendem Pflaster dazu, zulässige Unterschiede in der Steindicke auszugleichen und die gesetzen Steine auch während der späteren Verfugung unverrückbar am gesetzten Platz zu halten. Die Setzschicht ist möglichst dünn aufzutragen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Anteil Bettungsmörtel auch in den Steinfugen im Gegensatz zur ungebundenen Bauweise möglichst gering zu halten ist ( s. u., Kapitel Setzen).

Ein nachträgliches Einschlämmen des Bettungsmörtels mit Wasser zu seiner Verdichtung und Egalisierung in den Fugen ist nicht zugelassen.

Die Ausgleichschicht dient bei zu verlegendem Pflaster dazu, Unebenheiten in der Basisschicht nach dem Rütteln auszugleichen. Die Ausgleichschicht ist möglichst dünn aufzutragen und eben abzuziehen.

Begründung:

Basis- und Setzschicht oder Ausgleichschicht bekommen einen optimalen Verbund miteinander, wenn "nass in nass" gearbeitet wird, also die Setz- oder Ausgleichschicht sofort nach dem Aufrauhen der Basisschicht verteilt werden kann. Bei direkter Sonneneinstrahlung und besonders bei windigem Wetter ist durch abgestimmt kleine Flächen zu bewirken, dass die Basisschicht nicht oberflächlich antrocknet, ehe die Ausgleich- oder Setzschicht aufgebracht wird. Das Aufrauhen der verdichteten Basisschicht mit Stahlbesenstrich verbessert den Verbund zur Setzschicht bzw. der Ausgleichschicht.

Alle Mörtel- und Betonarten sind stets kontinuierlich mit Folie und evtl. zusätzlichem Vlies vor witterungsbedingten Materialschäden zu schützen. Besonders wichtig ist diese Nachbehandlung aber bezüglich des durchgehenden Haftungsverbundes von Basis- und Setz- oder Ausgleichschicht zum Belag. Entsteht an den Übergängen der Schichten nämlich eine Zwischenschicht weitgehend staubartiger Struktur, kann der liegende Mörtel mit dem aufliegenden keine kraftschlüssige Verbindung eingehen. Spätere Aufwölbungen der Pflasterfläche bei hochsommerlichen Temperaturen oder unter starker Sonneneinstrahlung können so begünstigt werden, ebenso wilde Dehnungsrisse durch die Verringerung der Schichtdicke der Belagplatte gerade bei Belägen geringer Höhe in z. B. Gehwegen.

Ein bereits in Erstarrung befindlicher Mörtel verliert bei solch einer in jedem Fall regelwidrigen Verarbeitung deutlich an Endfestigkeit. Spätere Pflasterschäden können daraus entstehen. Eine Vernichtung solch eines Materials ist im Endeffekt billiger, als eine im Unterlassungsfall eventuell erforderliche Pflasterreparatur.

Wer Bettungsmörtel in den Fugen nachträglich durch Einschlämmen mit Wasser egalisieren will, zuerstört durch die unkontrollierbare Veränderung des Wasser-Zement-Wertes die Festigkeit des Bettungsmörtels.

Beim Rütteln der Basisschicht entstehen an den Rändern der Rüttelmaschinen leicht wulstige Unebenheiten, die ein höhengleiches Verlegen von Pflastersteinen oder Platten behindern können. Kann diese durch den oben geforderten Stahlbesenstrich nicht ohnehin ausreichend beseitigt werden, wird eine weitere möglichst dünne Schicht Bettungsmörtel als Ausgleichschicht aufgetragen und abgezogen. Der anschließend erforderliche Auftrag von Haftschlämme wird nachfolgend separat beschrieben und begründet.



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