Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Steinformen

Pflaster


Verbundsteine sollen für eine gebundene Bauweise nicht vorgesehen werden. Klinker und Betonsteine, sollen im eingebauten Zustand eine Mindestfugenbreite von 6 mm, besser ab 8 mm aufweisen.

Begründung:

Die Praxis zeigte immer wieder, dass aus der ungebundenen Bauweise gewohnte Verfahren ohne nachzudenken einfach in die gebundene Bauweise übernommen wurden. Dieses gilt gerade auch für die Auswahl von Kunststeinen:

Weil die Form von Verbundsteinen für die Herstellung einer größeren Reibfläche bei der Kraftübertragung durch Sandfugen entwickelt wurde, ist sie in der gebundenen Bauweise mit seiner kraftschlüssigen Vermörtelung der Steine untereinander sinnlos. In der gebundenen Bauweise führen die viel zu engen Fugen für ein gleichmäßig tiefes und vor allem hohlraumfreies Verfüllen mit Fugenmörtel zu statisch nicht verantwortbaren Unsicherheiten bis hin zu Frostschäden.

Abstandhalter bewirken nämlich in der gebundenen Bauweise, dass an deren Berührungsstellen die für eine Verfugung mit Mörtel erforderliche Mindestfugenbreite nicht eingehalten wird. Dieses gilt besonders für stark flächig ausgestaltete Formen von Abstandhaltern. Die zwischen den Haltern und dem angrenzenden Stein jeweils entstehenden sehr engen Hohlräume mindern in der gebundenen Bauweise die Stabilität der Pflasterfläche an sich und können auch dazu führen, dass eindringendes Wasser Frostschäden herbeiführt! Ein für die im Pflasterfugenmörtel vorhandene Sieblinie zu enger Fugenspalt, kann selbst bei sehr guter Fließfähigkeit zur Brücken- und somit Hohlraumbildung führen.

Verbundsteine sollten deshalb für eine gebundene Bauweise in befahrbaren Flächen nicht vorgesehen werden!

Liegt jedoch bei anderen Steinformen die tatsächliche Fugenbreite deutlich über der Breite der Abstandhalter (normal knapp 2 mm), stören letztgenannte aus technischer Sicht nicht, wenn der Fugenmörtel mit angepasster Sieblinie und ausreichend Verflüssiger ausgestattet ist, um auch schmale Fugen problemlos füllen zu können. Das (nicht verbindliche) Arbeitspapier Flächenbefestigung mit Pflasterdecken und Plattenbelägen in gebundener Ausführung, Ausgabe 2007, hat dafür eine elegante Lösung gefunden, indem es für alle Pflastersteine und Platten, ausdrücklich auch für Betonsteine und Klinker, eine Mindestfugenbreite von 6 mm vorschreibt. Damit können Verbundsteine normal nicht verlegt werden, wenn sie auf eine Fugenbreite von 3 bis maximal 5 mm für die Sandverfugung ausgelegt sind.

Die Alternative bilden Betonsteine als Rechteck-, Vieleck- oder gar Rundformate, die wie Natursteinpflaster mit erfahrungsgemäß am besten ab 8 mm breiten Fugen von Hand gesetzt oder verlegt werden. Ihnen gleichgestellt sind Klinker bei entsprechend breit einzuhaltenden Fugen.

Ab und an gibt es Verhältnisse, die aus Gründen der Optik (z. B. Fortführung der ungebundenen Bauweise ringsum) den Einbau der für die gebundene Bauweise gar nicht vorgesehenen Verbundsteine dennoch erfordern. Dieser möglichst zu vermeidende Sonderfall kann mit der strengen Auflage gelöst werden, dass die Maximalfugenbreite für Verbundsteine von 5 mm als Regelfall (mit Fugenlehre) zu verlegen ist; Fugenbreiten von unter 3 mm bei Abnahme der Fläche vor der Verfugung jedoch zwingend zur Neuverlegung der Fläche führen. Manche Hersteller können nämlich einen auch dafür passenden Fugenmörtel mit entsprechend feiner Sieblinie und hoher Fließfähigkeit liefern (jedoch nicht geeignet für starkes Gefälle!), so dass damit auch die engen verbleibenden Spalten zwischen den Abstandshaltern noch gefüllt werden.



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