Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Überdachung

Auswahl der Bauweise > Wasserbelastung


Bei zu erwartender Austrocknung des Fugensandes unter überdachten Flächen ist die Anwendung der gebundenen Bauweise zu prüfen.

Begründung:


Nicht allein die Auswahl eines bindigen Fugen(brech)sandes gibt einer ungebundenen Verfugung die innere Festigkeit zur Übertragung der horizontal auftretenden Brems-, Beschleunigungs- und Torsionskräfte, sondern auch das darin enthaltene Wasser mit seinen Adhäsivkräften. Ebenso wie ein oben bereits beschriebenes Zuviel an Wasser unter Last die Festigkeit eines flexiblen Aufbaus insgesamt mindern kann, führt auch ein Austrocknen, z. B. nach langen Trockenperioden oder unter überdachten Flächen, zu einer Schrumpfung und vor allem zu einem Festigkeitsverlust des flexiblen Fugenmaterials (das wissen wir schon seit unserer Sandkasten-Zeit!) und so zu einem hochgradigen Verlust der Stützwirkung des Fugensandes insgesamt. Deshalb bietet sich für überdachte Flächen eine Verfugung mit Pflasterfugenmörtel an, um Pflasterschäden vorzubeugen, aber auch unerwünschter Staubbildung bei Wind.

Im Merkblatt für Flächenbefestigungen mit Pflasterdecken und Plattenbelägen, Teil 1, Regelbauweise (Ungebundene Ausführung) M FP 1, Ausgabe 2003, wird in Abschnitt 5.2 geraten, entweder eine gebundene Ausführung zu erwägen, oder aber Beläge mit einer Fugenbreite von 3 bis 5 mm (also normalerweise Kunststeine aus Beton oder Klinker) auszuwählen.

Sofern innerhalb einer ungebunden ausgeführten Pflasterfläche eine (teilweise) überdachte Fläche eine Verfugung mit Mörtel bekommen soll, ist auch die Tragschicht gebunden auszuführen, wenn die Pflasterfläche mit Lkw-Verkehr belastet werden soll.

Es kann für diese Teilfläche auch ein Bau nach Tafel 2 der RStO 01, aber unter Nutzung des stabileren Tragschicht-Aufbaus nach Tafel 3, geprüft werden. Dann ist jedoch sicherzustellen, evtl. durch eine Anhebung der Schichtdicke des gerüttelten und mit ausreichender Druckfestigkeit ausgestattenten Bettungsmörtels, dass die Schichtdicke der Belagplatte die der dort vorgegebenen Betondecke nicht unterschreitet.

Achtung: Diese Variante widerspricht den früher gültigen Bauregeln, welche "starr/starr" vorsahen, also bei starrer /gebundener Fuge eine starre/gebundener Bettung auf starrer/gebundener Tragschicht. Doch haben lt. Tafel 2 längst nicht alle Betonstraßen eine gebundene Tragschicht aufzuweisen. Entscheidend ist in solch einem Fall die analog zur Betonschicht in Tafel 2 einzuhaltende Mindestschichtdicke der Belagplatte, wobei auch deren Bettung keine geringere Festigkeit als der in Betondecken verarbeitete Beton haben darf, um eine Gleichwertigkeit der beiden Platten zu erreichen. Die Grundidee zu dieser Variante ist, dass eine Belagplatte statisch nichts anderes ist, als eine "Betondecke mit Pflastersteinvorsatz".



[Weiter]



[Diese Seite drucken]


.


Untermenü

Suche

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü