Dauerhaft verfugtes Straßenpflaster


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Wichtiger Hinweis

Dehnungsfugen


Zur Anordnung von Dehnungsfugen (Bewegungsfugen) innerhalb von befahrenen Pflasterflächen gibt es keine wissenschaftlich exakten Forschungen und deshalb unterschiedliche Auffassungen.

Begründung:

Aufgrund der vielen wissenschaftlich ungeklärten Fragen zur thermischen Längenänderung in Pflasterflächen gelten die nachstehenden Ausführungen über Dehnungsfugen nur als vorläufig und deshalb auf keinen Fall als erschöpfend. Es stellen sich zur Dehnung in Pflasterflächen und darauf fußenden Überlegungen zur Gestaltung von Dehnungsfugen noch viele offene Fragen, für die ich mir endlich einmal eine exakte wissenschaftliche Forschung wünsche. In einem Gespräch brachte mir ein Professor das Problem einmal auf den Punkt:

"Im Grunde wissen wir wissenschaftlich exakt gar nicht, was in diesen Flächen passiert!"

Er begründete diese Feststellung damit, dass die bekannten wissenschaftlichen Arbeiten im Zusammenhang mit Dehnungen in Pflasterflächen von einer homogenen Fläche ausgehen. Tatsächlich besteht solch eine Fläche aber aus mindestens 2 verschiedenen Mörteln und Pflastersteinen, diese eventuell sogar noch aus verschiedenen Formaten und Steinsorten mit jeweils unterschiedlichen Dehnungskoeffizienten innerhalb einer gegebenen Fläche kombiniert.

Analysiert man diese Aussage, so ist festzustellen: Alle beteiligten Materialien zeigen unterschiedliches Verhalten unter wechselnden Temperaturen. Das Mörtel und Beton eigene Kriechvermögen fehlt Natursteinen weitgehend. Durch die erforderlich deutliche Anhebung der Festigkeitswerte für den Bettungsmörtel ergeben sich inzwischen zusätzliche Einflüsse.

Ergänzend sollte auch eine im Pflasterbau wenig bekannte Erscheinung an Natursteinen zumindest einmal erwähnt werden: Wir sind es schon aus dem Physikunterricht in der Schule gewohnt, dass ein Material, das erwärmt wird, sich draufhin ausdehnt und nach dem Abkühlen auf die Ausgangstemperatur wieder auf die ursprünglichen Maße zurückbildet.

Natursteine verhalten sich aber anders, wie österreichische Forschungen ergaben: Sie sind nach dem Abkühlen größer, wobei die Unterschiede in den drei Dimensionen verschieden sind, abhängig von der Kristallstruktur des Steinmaterials. Die Differenzen bewegen sich an einem Pflasterstein selbstverständlich nur im my-Bereich.

Daneben ist auch die unterschiedliche Temperaturverteilung der Steine auf der Oberfläche im Sonnenlicht bis zu seiner Kühlung vom Untergrund an seinem Fuß zu berücksichtigen. Weil sich Natursteine oberflächlich bis auf ca. 70° C in hochsommerlicher Sonneneinstrahlung erwärmen, doch sich je nach Material und spezifischer Wärmeleitfähigkeit bereits nach 6 bis 8 cm Tiefe an die Untergrund-Temperatur angeglichen haben, ergeben sich interessante und bislang unerforschte Fragen bezüglich Dehnung und Zusammenziehung einer stetig von Mörtelfugen unterbrochenen Naturstein-Pflasterfläche, aber auch zu den horizontal und vertikal unterschiedlich auftretenden Spannungen samt ihren Wechselwirkungen. Betonsteinflächen sind aufgrund der besonders großen Übereinstimmung der verbauten Materialien vermutlich anders zu beurteilen.

Die Bindung des Bettungsmörtels mit der in den Festigkeitswerten deutlich reduzierten Tragschicht übt ebenfalls Einfluss auf thermisch bedingte Bewegungen der Belagplatte unter den Stichworten 'Aufwölbung' und 'Schubstörung' aus. Welche Messergebnisse würde der Vergleich mit einer ungebundenen Tragschicht erbringen, oder die Anordnung der Belagplatte ohne oder auf einem Vlies über einer Dränbetontragschicht? Welchen Einfluß hat das Gewicht einer Belagplatte aufgrund unterschiedlicher Steinhöhen bezüglich einer möglichen Aufwölbung unter starker Sonneneinstrahlung?



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